Warum eigentlich WG?
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Grundsätzlich bedeutet WG, daß Menschen aus verschiedenen Gründen eine Wohngemeinschaft bilden. Darüber hinaus aber bedeutet es für uns WGler weitaus mehr, nämlich ein Lebensgefühl!

Eigentlich hat alles ganz banal angefangen.
Stell dir vor, du findest einen Link zu einem Online Game vom WDR namens "Zimmer Frei! Online WG". Du besuchst die Seite und befindest dich nach dem Anmeldevorgang vor einem bunten Haus, an dem du klingelst. Nach dem DINGDONG wird dir die Tür geöffnet und du entdeckst einige Räume, verschiedene Spielchen, klickst hier und dort, wobei du plötzlich feststellst, da "reden" (chatten) Leute!

"DAS IST EIN CHAT! HUCH!!! Bloß weg hier!"
Doch dann wirst du auch noch nett willkommen geheißen, und ZACK! bist du mittendrin. Infiziert und fasziniert loggst du täglich ein und erkundest die neue Welt, die du entdeckt hast. Mit der Zeit gehörst du beinahe zum Inventar, hast ein eigenes möbliertes Zimmer, "wohnst" anonym hinter deinem Nick versteckt in der Online WG, bis eines Tages jemand vorschlägt: "Lasst uns doch ein Treffen organisieren!"

"Ein Chattertreffen? HUCH! NEE! Das geht doch nicht!"
Aber: Den Einen oder Anderen möchtest du dann doch gerne mal live sehen. Also fährst du zu deinem ersten Treffen und erlebst, wie wildfremde Menschen, die kreuz und quer aus Deutschland angereist kamen und sich noch nie vorher gesehen hatten, einander mit Respekt, Offenheit und Warmherzigkeit begegnen. Nach drei Tagen beinahe familiärer Party hast du Muskelkater vom vielen Lachen, bist neugierig auf die vielen Fotos und weißt sicher: Du freust dich schon auf das nächste Treffen.

Da die Treffen immer ein komplettes Wochenende umfassen, übernachtet man sowohl in privaten Unterkünften als auch in preiswerten und zentral gelegenen Hotels. Für Bielefeld bedeutete dies: das Hotel Kaiser. Irgendwann sagt jemand im Scherz: "Wir sind so oft hier, eigentlich könnten wir das Hotel auch kaufen."

Absurde Idee! Aber lustig! Aber unmöglich! Aber reizvoll!
Tatsächlich sah die Situation im Hotel Kaiser damals so aus, dass sich das Ehepaar Lütkemeyer, die Besitzer des Hauses, zur Ruhe setzen wollten. Bei einer ausführlichen Hausbesichtigung gibt es eine MEGA-Überraschung: Zum Hotel gehören großzügige Gasträume (damals ungenutzt!) und vor unserem inneren Auge entstand das phantastische Bild der realen WG mit Konzerten, Tanzpartys, Kunstausstellungen, Bingonachmittagen, Lesungen, Lanpartys, Comedy und vielem mehr! Nach einer Zeit der brandheißen Konzeptionierung und schier endloser Verhandlungen einigt man sich schließlich auf einen Pachtvertrag.

Wild entschlossen werden die Ärmel hochgekrempelt.
Du packst deine Koffer, kündigst Job, Wohnung und Freund, verlässt deine Heimat (in Yvonnes Fall Berlin *schluchz*) und wohnst monatelang auf einer Baustelle. Andere - inzwischen- Freunde (die damaligen Wildfremden) reisen regelmäßig an, um tatkräftig mitanzupacken. Natürlich läuft nicht immer alles reibungslos, behördliche Hürden sind zu überwinden, manche eigentlich gute Ideen entpuppen sich als Fehlplanung und werden wieder über Bord geworfen. Doch nach dem Prinzip "es wächst zusammen, was zusammengehört" entwickelt sich das "Projekt WG", verselbstständigt und bewahrheitet sich im alltäglichen Zusammentreffen mit wiederum wildfremden Menschen, die zu Freunden werden.

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